[GBay] Konferenz: Die Hinrichtung des Nuernberger Buchhaendlers Johann Philipp Palm 1806 in Braunau am Inn

Stefan Petersen Stefan.Petersen at mail.uni-wuerzburg.de
Do Jul 20 12:19:30 CEST 2006


Von: hsk.mail at GESCHICHTE.HU-BERLIN.DE
Datum: 18.07.2006
Subject: Hinrichtung Johann Philipp Palm 1806 in Braunau am Inn
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Verein fuer Zeitgeschichte, Braunau am Inn, Oberoesterreich 22.09.2006 - 
24.09.2006, Kultur im Gugg, Palmstraße
Deadline: 22.09.2006

In Braunau gibt es die Palmstraße und den Palmweg, den Palmplatz und 
den Palmpark * alles benannt nach Johann Philipp Palm. Keine andere 
Persoenlichkeit ist im oeffentlichen Raum so praesent wie er.
Als Sohn des "Chirurgus und Umgelders" (Chirurg und "Steuereinnehmer") 
Johann Leonhard Palm am 18. November 1766 in Schorndorf, Wuerttemberg, 
geboren, wuchs Johann Philipp Palm in seiner Heimatstadt auf und lernte 
danach bei seinem Onkel Johann Jakob Palm in Erlangen den Buchhandel.

Nach der Lehre wurde er Gehilfe in der Stein'schen Buchhandlung in 
Nuernberg, heiratete 1796 die Tochter des Hauses und kam so auch in 
den Besitz der Buchhandlung. Johann Philipp Palm hatte mit seiner Frau 
Anna Catharina Barbara geb. Stein drei Kinder: Anna Maria, Johann 
Wolfgang Philipp und Anna Sophie.

Im Maerz 1806 hatten franzoesische Truppen Nuernberg besetzt. Dennoch 
erschien im Juli im Verlag von Palms Buchhandlung ein 144 Seiten 
umfassendes Schriftstueck mit dem Titel "Deutschland in seiner tiefen 
Erniedrigung", in dem zum Widerstand gegen die Franzosen und ihre 
bayerische Verbuendeten aufgerufen wurde. In Augsburg geriet diese 
Schrift in die Haende franzoesischer Offiziere, die das Ganze anzeigten.

Am 28. Juli und 4. August fanden im Hause Palms in Nuernberg Hausdurch- 
suchungen statt. Palm selbst war auf Geschaeftsreise und begab sich 
zunaechst zu seinem Onkel in das zum Koenigreich Preußen gehoerende und 
damit sichere Erlangen. Trotz Warnungen kehrte er aber nach Nuernberg 
zurueck, wurde am 14. August 1806 zusammen mit seinem Anwalt Dr. Rudolf 
Christoph Karl Siegmund Freiherr von Holzschuher verhaftet und zum 
franzoesischen Oberkommandierenden General Jean Baptiste Jules Bernadotte 
nach Ansbach gebracht. Dieser ließ ihn am 22. August in die Festung 
Braunau ueberstellen.

Hier wurde Palm erklaert, dass seine Verhaftung aufgrund eines Dekrets 
Napoleons vom 5. August erfolgt sei. Ein "kurzer Prozess" am 25. August
1806 endete mit dem Todesurteil, das Tags darauf vollstreckt wurde. Die 
Urheberschaft fuer die Schrift blieb zwar ungeklaert, Palms Verurteilung 
wurde aber mit der Verbreitung des Textes  begruendet.

Der 200. Todestag ist einerseits Anlass fuer die Themenwahl der 15.
Braunauer Zeitgeschichte-Tage, die sich im Zeitraum Freitag 22.- Sonntag 
24. September 2006 unter dem Thema "Unfreiwilliger Held" mit Palms 
Biographie und der Rezeption in den vergangenen 200 Jahren beschaeftigen 
werden, andererseits wird im Bezirksmuseum Herzogsburg von Samstag 26.
August bis Sonntag 24. September 2006 eine Palm-Ausstellung stattfinden.

Diese Ausstellung wird Objekte aus dem Fundus des Bezirksmuseums Herzogsburg
Braunau, von Braunauer Sammlern (Frau Hoerner, Familie Rachbauer) und 
von der Muenchner "Vereinigung der Buchhaendler Palm 1874"
praesentieren. Dazu kommt die Weste, die Palm bei seiner Hinrichtung 
getragen hatte und die im Landesmuseum Linz aufbewahrt wird. Herr Haymo 
Liebisch, Buchhaendler und Antiquar aus Linz, wird Ergebnisse seiner 
Forschungen zu Palm im Rahmen der Ausstellungseroeffnung praesentieren.
Der Eroeffnung der Ausstellung am 26. August geht eine Gedenkfeier vor 
dem Palmdenkmal voraus. 

 Florian Kotanko
 Verein fuer Zeitgeschichte

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15. Braunauer Zeitgeschichte-Tage "Unfreiwilliger Held" 
Die Hinrichtung des Nuernberger Buchhaendlers Johann Philipp Palm am 26.
August 1806 in Braunau am Inn und ihre Folgen 

 
Freitag, 22. September 2006

19.30  Begrueßung und Eroeffnung
	Buergermeister Gerhard Skiba, Stadt Braunau am Inn Mag. Florian 
	Kotanko, Obmann Verein fuer Zeitgeschichte
 
20.00  Johann Philipp Palm
	Bernt Ture von zur Muehlen, Buchwissenschaftler, Frankfurt am Main
 


Samstag, 23. September 2006

9.00  Bayern, Frankreich und Oesterreich 1806 Prof. Dr. Reinhard 
	Heydenreuter, Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Muenchen
 
11:00  Napoleon und Johann Philipp Palm
	Dr. Michel Kerautret, Institut Napoleon, Paris
 
12.30  Mittagessen
 
14.30  Rundgang zu den Palm-Staetten in Braunau am Inn Hans Blum, 
	Werner Forster, Mag. Florian Kotanko, Ing. Hannes Waidbacher
 
17.00  *Kurzer Prozess" gegen Johann Philipp Palm Katharina 
	Obergottsberger, Universitaet Linz
 
18.30  Abendessen
 
20.00  Helden 1806 und heute
	Prof. Dr. Roland Girtler, Universitaet Wien
 


Sonntag, 24. September 2006

10.00  Palm-Rezeption 1806 bis heute
	Dr. Hans Goettler, Universitaet Passau
 
12.00  Schlussdiskussion

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Dr. Andreas  Maislinger

Braunauer Zeitgeschichte-Tage
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0043 - 664 - 100 83 61

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